Norma Group in a Nutshell (WKN: A1H8BV)

Die Norma Group SE (A1H8BV) ist ein international tätiges Technologieunternehmen, das qualitativ hochwertige Verbindungslösungen produziert und vertreibt. Dabei wird die gesamte Produktionskette (von Rohmaterial über die Halbteilefertigung bis zur Fertigung von Endprodukten) abgedeckt. Der Kreis der Abnehmer und deren Branchenzugehörigkeit ist divers. Die Produkte kommen in landwirtschaftlichen Maschinen, der Luftfahrt, Nutzfahrzeuge, Baumaschinen, Motoren, Infrastruktur/Bauindustrie/Wassermanagement, Personenkraftwagen, Schienenfahrzeugen, Haushaltsgeräten, dem Großhandel sowie im technischen Vertrieb zum Einsatz.

Das Angebot reicht von Industrieanwendungen für Emissionskontrolle, Kühlsysteme, Induktion und Infrastruktur bis hin zu Vertriebsdienstleistungen. Die modernen Verbindungslösungen der Norma Group ermöglichen es, wertvolle Energiequellen in diesen Bereichen sauberer und effizienter zu nutzen. Dabei spielt die Technologie des Unternehmens eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Langzeit- und Kosteneffizienz von erneuerbaren Energieplattformen.[1]

Key Facts[2]

Herausforderungen: Automobilbranche und Handelskrieg

Wie viele international ausgerichtete deutsche Mittelständler leidet auch Norma unter den aktuellen politischen Gegebenheiten des Handelskrieges, werden doch sowohl in Amerika als auch in Asien wesentliche Anteile der Umsätze generiert. Neben den politischen Unsicherheiten macht der Norma Group auch die schwächelnde deutsche Autoindustrie zu schaffen. Beide haben den Börsenkurs der letzten Monate maßgeblich beeinflusst.

Während der Handelskrieg als externes Risiko nicht durch Norma beeinflusst werden kann, gilt es für die Maintaler umso mehr sich auf die veränderten Bedingungen und Anforderungen in der Fahrzeug- und Maschinenindustrie einzustellen.

Wettbewerbsvorteile: Kostenstruktur, Absatzdiversifikation und eine starke Bilanz

Aus den Bilanzen der letzten Jahre ergibt sich für Norma ein signifikanter Wettbewerbsvorteil in Hinblick auf die Kostenstruktur. Es ist den Hessen gelungen die Materialkosten zu senken. Gleichzeitig wurden die Unternehmensumsätze gesteigert (2017 = 1.017 Mio. EUR, 2018 = 1.084 Mio. EUR)[3]. In den ersten neun Monaten im Jahr 2019 stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 %.[4]

 

 

Die Bruttogewinnspanne lag in den letzten Jahren stabil bei ca. 58 % und deutet auf einen tiefen Burggraben und hohen Wettbewerbsvorteil im Vergleich zur Peergroup (Stabilus ca. 29 %, JOST Werke ca. 26 %) hin. Was eine hohe Bruttogewinnspanne bedeutet könnt ihr in der Stallion Academy nachlesen.

Positiv hervorzuheben ist, dass sich die Umsätze nicht nur auf viele verschiedene Produkte und Branchen verteilen, sondern auch auf verschiedene Regionen und Kontinente. Der Wirtschaftsraum EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) ist mit einem Anteil von 46 % vor Nord- und Südamerika mit einem Anteil von 41 % der stärkste.[5] In Asien stiegen die Umsätze von 12 % auf 13 %. Hier schlummern die größten Potenziale um zukünftiges Wachstum zu generieren.

 

Weiterhin weist die Bilanz eine solide Eigenkapitalausstattung von ca. 40 % auf. Allein der Cash-Bestand pro Aktie liegt bei knapp 6 EUR und bietet sowohl Möglichkeiten um Innovationen zu fördern, organisch zu wachsen oder auch strategisch wertvolle Zukäufe zu tätigen. Das jährliche Dividendenwachstum (5-Jahresschnitt) liegt bei knapp 7 % und die jährliche Auszahlungsquote liegt nie über 40 %. Negativ ist, dass der Jahresüberschuss im Jahr 2018 von ca. 120 Mio. EUR auf 92 Mio. EUR gesunken ist. Trotz dieser Entwicklung liegt das historische Gewinnwachstum bei 12,5 %.

Zukunftsfähige Geschäftsfelder und Nachhaltigkeit bestimmen die Unternehmensstrategie

Die Norma Group arbeitet mit ihrer „Vision 2025“ konsequent daran sich auf neuen Geschäftsfeldern zu etablieren.[6] Im Fokus stehen das profitable Wachstum sowie der Ausbau der Markt- und Technologieführerschaft im Bereich Verbindungs- und Fluid-Handling-Technologie. Ziel ist es, Marktführer in der Verbindungs- und Fluidhandling-Technologie für bestehende und zukünftige Märkte zu werden.

  • Energieeffizienz, E-Mobility und Water Management Solutions

Bestandteil der Strategie ist es sich stärker in Zukunftsmärken zu verankern. Im Bereich E-Mobility forscht und entwickelt Norma an Komplettlösungen um das Fahren mit Elektroautos effizienter und sicherer zu gestalten. Unter anderem durch Kühlsysteme und ein effizientes Energiemanagement kann so bspw. die Reichweite eines Elektroautos gesteigert werden.[7]

Süßwasser ist eine der wichtigsten Ressourcen die wir haben. Bei steigender Weltbevölkerung und fortschreitender Desertation wird es in der Zukunft elementar sein, effiziente Wassermanagementsysteme zu entwickeln und zu betreiben. Mit zahlreichen innovativen Angeboten in den Bereichen Bewässerung, Bauwesen, Landschaftsbau, Entwässerung und Verbindungen trägt Norma dazu bei effizientere Systeme zu etablieren.[8]

  • Nachhaltigkeit

Darüber hinaus ist Thema Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmensphilosophie fest in der Strategie von Norma verankert. Das Unternehmen ist sich der Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt bewusst. Es werden langfristige Nachhaltigkeitsziele formuliert und entwickelt, die Steuerung der Umsetzung entsprechender bereichsübergreifender Maßnahmen sowie der Austausch mit Stakeholder Vertretern gehören dabei zum Selbstverständnis von Norma.[9]

Ausblick

Wir denken, dass bereits ein Großteil der Risiken in den aktuellen Kursen eingepreist ist. Nichtsdestotrotz kann es je nach politischer und weltwirtschaftlicher Entwicklung zu weiteren Rücksetzern kommen. Mittel- bis langfristig erachten wir das Geschäftsmodell und die Strategie des Unternehmens als zukunftsfähig und tragbar. Die Bilanz ist grundsolide (z.B. EK-Quote: > 40 %, Bruttogewinnspanne: > 58 %, jährliches Dividendenwachstum bei einer Auszahlungsquote < 40 %).

Globale Megatrends wurden erkannt und die Strategie danach ausgerichtet. Jedoch ist man stark von dem Befinden der Weltwirtschaft und den politischen Risiken abhängig.

Ob die „Vision 2025“ aufgeht wird die Zukunft zeigen, auch wir haben keine Glaskugel, sind aber der Meinung, dass das Chancen-Risiko-Verhältnis zugunsten der Chancen ausschlägt. Die Norma Group ist weiterhin ein heißer Kandidat auf unserer Watchlist.

Disclaimer

Es handelt sich um keine Anlageberatung oder Empfehlung. Der Autor des Beitrages besitzt keine Aktien des vorgestellten Unternehmens.

 

[1] https://www.normagroup.com/corp/en/what-we-do/, 29.01.2020.

[2] https://www.normagroup.com/corp/en/investors/publications-events/financial-reports/, 29.01.2020.

[3] https://www.normagroup.com/corp/en/investors/online-annual-report/, 29.01.2020.

[4] https://www.normagroup.com/corp/de/pressemitteilungen/norma-group-steigert-umsatz-in-den-ersten-neun-monaten-2019-um-2-6-prozent_de/, 29.01.2020.

[5] Investor Relations Presentation Q3, https://www.normagroup.com/corp/en/investors/publications-events/financial-reports/, 29.01.2020.

[6] https://www.normagroup.com/corp/de/investoren/unternehmensprofil/ziele-strategie/, 29.01.2020.

[7] https://www.normagroup.com/corp/de/thermomanagement-elektromobilitaet/, 29.01.2020.

[8] https://www.normagroup.com/corp/de/wassermanagement/, 29.01.2020.

[9] https://www.normagroup.com/corp/de/corp-search-results_de/?open=&l=DE&q1=Nachhaltigkeit, 29.01.2020.